Archiv für Juli 2010

Modern Life Is War: By The Sea.

We were young, numb and violent — all at once. We were always smashing the glass. It was never enough to make us feel okay.
Are we normal boys, is this the normal way?
We‘ve been dragging dead weight across middle west towns, killing our time with our frowns. Alone in the crowd. Four years down, feeling torn and beaten down. Alone in the crowd. Four years down, our hearts were beating to this sound.
Me and you, we never got much sleep those nights. There was too much turmoil too deep inside. Lost in the dark without our pride. There was a light at the end of that tunnel. But we chose to shield our eyes. Could it be: are we seeing clearly for the very first time?
We‘ve been to the edge and we know what it’s like to want to die. And that’s something we won‘t glorify. We‘ll leave those miserable times behind.
How far can I go rising from the depths of my own hell? I don‘t need another tragic tale — I need the strength to walk the other way. I found conviction in my ever changing mind.
I grew up tied down and bleeding on the inside. I know I was a victim of my own device.
And I want to live to see a brand new life.

»So locker ist Schland!«


aktueller Titel des Titanic-Magazins.

Frankfurter Tor


via

»Her mit dem Ball, Junge!«

Habe mir sagen lassen, es gibt tatsächlich Leute, die diese Serie nicht kennen.

These dreams will be my anchor. These dreams will be the death of me.

»I still have skin cancer!«

Maaaake honey, honey, maaaaaake honey, honey!

Lange nicht mehr so ein lustiges YouTube-Video gesehen :).

Sowjetisches Ehrenmal in der Schönholzer Heide


Die Mauer, die den Ehrenhain umgibt, ist mit 100 Bronzetafeln versehen, die durch symbolische Wandfackeln getrennt werden. Auf den Tafeln sind die Namen, Dienstgrade und Geburtsjahre von 2647 gefallenen Sowjetsoldaten zu lesen. Nur knapp 1/5 der Bestatteten konnte identifiziert werden. Die übrigen bleiben ungenannt.

»The Calling«

Nur eine von sehr vielen wunderbaren Illustrationen auf milchkleid.de

♫ »at least I‘d know I was right«

»A Place To Hide« von White Lies [Indie Rock]

Ultras

»Ich bin etwas anderes. Ich bin ein Arbeitsloser, ein Drogensüchtiger, ein Einwohner des Planeten Müll!«

Auf altravita.com bespricht Kai Tippmann das dokumentarisch angelegte Buch »Cani Sciolti« von Domenico Mungo. Wer sich für Fußballgewalt und die Ultraszene interessiert, sollte sich den Blogeintrag auf jeden Fall durchlesen, wahrscheinlich auch das — leider nur auf Italienisch verfügbare — Buch.
Denn viele Aspekte, die der Autor am italienischen Fußball und Ultraleben schildert, treffen auch in gleicher Form auf deutsche Fußballfanszenen zu.

♫ »comptine d‘un autre été«

»Comptine d‘un autre été« von Yann Tiersen [Die fabelhafte Welt der Amelie OST]

Antisemitismus und die deutsche Nation

Das in diesem Jahr auf deutsch erschienene Buch des amerikanischen Historikers Helmut Walser Smith »Fluchtpunkt 1941: Kontinuitäten der deutschen Geschichte« nimmt die Entwicklung, die in der Shoa gipfelte, mit wissenschaftlicher Genauigkeit unter die Lupe.
Einleitend erklärt Walser Smith, die zu untersuchenden Kontinuitäten stellten keine unausweichlichen Zusammenhänge dar, die lediglich der deutschen Nation innewohnten, wohl aber rote Fäden, die sich in Deutschland auf besondere Art und Weise miteinander verwoben und »Teil dessen sind, was Alain Finkielkraut als die Geschichte des Verlustes der Menschlichkeit bezeichnet hat«.
Zunächst widmet er sich in einem Kapitel dem »Fluchtpunkt der deutschen Geschichte«. Diesen sieht er nicht in den Jahren 1933 oder 1939, in denen den Nationalsozialisten die Macht übergeben wurde und die Deutschen den Zweiten Weltkrieg begannen. Wie der Titel schon sagt, hält Walser Smith es für notwendig, den Entschluss zur physischen Vernichtung aller europäischer Jüdinnen und Juden ins Zentrum der Untersuchungen zu stellen; also das Jahr 1941. Dieser Schluss ist vor allem angesichts der kaum vorstellbaren Wucht dieses Ausbruches, der immer noch zu erklären versucht wird, nachvollziehbar.
Anschließend wird nachgezeichnet, wie sich die Idee von der Nation im Laufe der Jahrhunderte verändert hat und sich letztlich mit der Legitimation des modernen Staates vermischte. Dieser Abschnitt ist besonders interessant in Anbetracht dessen, was eine Nation im Zeitalter der Fußballweltmeisterschaften ist und was sie im Zeitalter des hochtechnisierten Krieges schon für Unheil angerichtet hat. Hier wird vor allem die Entwicklung von einem offenen und losen Zusammenhang hin zu einer nach außen geschlossenen und identitätsstiftenden Gemeinschaft betont.
In einem umfassenderen Kapitel geht es um die Bedeutung des Dreißigjährigen Krieges für das Bewusstsein von der deutschen Nation. Als interessanter Aspekt geht aus diesem Teil die Schlussfolgerung hervor, die Abmachung des Westfälischen Friedens, alle Gewalttaten und Verbrechen zu übersehen und zu vergessen, habe in besonderem Maße für die jüdische Bevölkerung gegolten. Denn ihr Erinnern wurde im Gegensatz zu dem der Christen explizit aus der nationalen Gemeinschaft ausgeschlossen — »wenn sie Deutsche sein wollten, war es den Juden … nur gestattet zu vergessen«. Hier beginnt also der traditionelle, religiöse Antisemitismus, sich mit dem Gedanken von der Nation zu vermengen. Die Häufung der Auslöser antisemitischer Gewalt verschob sich von Ritualmordbeschuldigungen hin zu nationalen Ausschlussmechanismen, die jüdische Menschen als außerhalb jeder Nation stehend definierten und sogleich eine verschwörungstheoretische Richtung einschlugen.
Auf welche Weise dies geschah, zeichnet Walser Smith eindrucksvoll und bedrückend umfangreich in einer Übersicht über »antijüdische Gewalt in der deutschen und europäischen Geschichte des langen 19. Jahrhunderts« nach. Hier zeigt er auf, in welcher Weise der neue Nationalismus diese Gewalt beeinflusst hat. Waren antijüdische Pogrome in der Vergangenheit oft ähnlich brutal und tödlich gewesen wie die Gewalt unter Christen, und waren diese Pogrome bis zu dieser Zeit in ihrer Zahl weit zurückgegangen, so stieg diese Zahl mit dem Aufkommen sozialer und nationaler Spannungen wieder an. Wie weit diese antisemitischen Ausbrüche in andere Spannungsfelder eingebettet waren, zeigen die Zusammenhänge, in denen sie auftraten. Dass sie sich aber verselbstständigten, zeigt Walser Smith anhand der Eskalation auf, in deren Verlauf die Grenze zum Mord immer öfter überschritten wurde. Zuvor wurde stets lediglich sprachlich die vergangene antisemitische Gewalt beschworen und die Pogrome hielten sich an ritualisierte Abläufe, in denen die Jüdinnen und Juden die Zerstörung ihres Eigentum erdulden mussten. Die Randalierer_innen befanden sich in einem liminalen Zustand — sie spielten mit der Möglichkeit, tatsächlich jüdische Menschen zu töten.
Diese Möglichkeit wurde allerdings tödlicher Ernst. Vor allem im von der Revolution zersetzten Russland gerieten die Jüdinnen und Juden nicht nur zwischen die Fronten, sondern wurden Opfer eines weit verbreiteten Antisemitismus, den nunmehr keine Staatsmacht im Zaum halten konnte, wie es zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Fall gewesen war. Dass solche Gewalt im kapitulierten Deutschland nicht losbrach, führt Walser Smith auf die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und des Gewaltmonopols zurück. Hierdurch wurde der Antisemitismus der Deutschen aber offensichtlich nicht gebrochen, wie einige antisemitische Pogrome und die drastische Eskalation antisemitischer Gewalt hinter der Front gleich zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zeigt.
Zuvor aber entwickelte sich im Gefolge des wissenschaftlichen Fortschritts und des Kolonialzeitalters ein neues Weltbild, in dem andersartigen Menschen ihre Menschlichkeit abgesprochen wurde oder diese in ihrem »Wert« herabgestuft wurden. Im Verlaufe der Debatte dieses neuen Rassismus wurden immer neue Möglichkeiten gedacht, wie die Vertreibung ganzer Menschengruppen und die Tötung dieser. Die gezielte Auslöschung ganzer Gruppen stand auch bald im Raum, war aber keineswegs allgemeines Gedankengut. Was hingegen in den Köpfen deutscher Student_innen hängen blieb, war die Idee, die Jüdinnen und Juden als »Rasse« zu denken.
Wie sich diese Stränge der deutschen Geschichte unter der Führung der Nationalsozialist_innen zur Shoah verwoben, untersucht Walser Smith im letzten Kapitel, welches die vorangegangene Argumentation gleichzeitig grob umreißt. Hier betont er, dass die antisemitische Gewalt sich sofort mit Kriegsbeginn Bahn schlug, aber noch ein weiterer Schritt nötig war, um das Morden industriell zu organisieren. Besonders prägnant ist hierbei, dass die meisten jüdischen Menschen den Deutschen durch Massenerschießungen zum Opfer fielen und nicht durch die effektivere industrielle Vernichtung. Der Antisemitismus muss also weiter verbreitet gewesen sein, als nur in einer politischen Elite. Gleichzeitig hebt Walser Smith aber hervor, dass das Verhältnis der Deutschen zu diesem Antisemitismus bis in den Krieg hinein durchaus ambivalent war und sich bis Kriegsbeginn tatsächlich vor allem organisierte Nazis mit antisemitischer Gewalt hervortaten — die restlichen Deutschen aber sehr wohl als duldende Zuschauer dessen.
Abschließend skizziert Walser Smith eine Analyse der Zusammensetzung der Täter_innen. Diese taten sich besonders durch einen relativ hohen Bildungsgrad hervor, aber auch durch einen besonderen Bezug zur deutschen Nation — etwa als Deutsche, die außerhalb des Staatsgebietes aufwuchsen — und oftmals durch die Erfahrungslücke, im Ersten Weltkrieg nicht gekämpft zu haben. Insofern ist die Verrohung durch die Brutalität des Krieges vor allem an der Heimatfront eingetreten.
Das Wissen von den Morden, die vor allem im Osten geschahen, brachte den Deutschen eine Verantwortung, die einige in Ansätzen durchaus anzunehmen bereit gewesen zu sein schienen. »Die Reaktionen reichten von Empörung über Zustimmung bis hin zur Sorge, vor allem gegen Ende des Krieges«. Bedeutend ist auch die Bemerkung, »in dieser ersten Phase der Besatzung deutete kaum etwas auf einen Völkermord im Sinne der Absicht der Ermordung aller Juden hin«, da Vertreibung ein bis dahin gekanntes Mittel rassistischer, antisemitischer und nationalistischer Politik war. Die Weiterentwicklung dieser Ideen im Zuge der Reflexion der Kolonialpolitik gipfelte erst 1941 im Entschluss der Deutschen, sämtliche Jüdinnen und Juden zu ermorden.
Vor allem diese späte Zuspitzung des nach und nach kultivierten Hasses macht deutlich, dass die Gefahr des Antisemitismus grade darin besteht, dass er die Grenzen der Menschlichkeit langsam aufweicht und Zustände schafft, die zwar nicht zwingend tödlich sind, aber Mord und Massenmord einen Raum schaffen, in denen sie stattfinden können.

Helmut Walser Smith:
Fluchtpunkt 1941. Kontinuitäten der deutschen Geschichte
ISBN: 3150107342

»The Pains Of Being Pure At Heart«

»The black hole kids won‘t let you free again.«

Nochmal Solln

Gisela Friedrichsen, die erfahrene Gerichtsreporterin des Spiegel, fasst die Widersprüchlichkeiten um den Heldenmythos bezüglich des Todes von Dominik Brunner erneut umfassend zusammen (klick). Vor allem geht es in diesem Beitrag um die Zuverlässigkeit der Zeugenaussagen. Weiterhin ist im Verlauf des Prozesses klar geworden, dass Brunner nicht »togetreten« wurde, sondern nach der brutalen Attacke an Herzversagen starb, was mit einem angeborenen Herzfehler zusammenhängt.

»dreams really do come true«

♫ »and go back inside«

»Go« von Blink 182 [College Rock]