Archiv für November 2010

»Jugendgewalt gegen Polizeiwillkür :)«

»by the sea«


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FAQ

FAQ by Rosa Rauschen
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das »Für-sich«

so kann und muss das Für-sich folgendes zugleich sein: 1. nicht das sein, was es ist; 2. das sein, was es nicht ist; 3. in der Einheit eines ständigen Verweisens das sein, was es nicht ist, und nicht das sein, was es ist. Es handelt sich genau um drei ek-statische Dimensionen, wobei der Sinn der Ek-stase die Distanz zu sich ist.
Jean-Paul Sartre: Das Sein und das Nichts, S. 267

FBI Hate Crime Statistics 2009

http://www2.fbi.gov/ucr/hc2009/victims.html

Of the 1,575 victims of an anti-religious hate crime:
• 71.9 percent were victims because of an offender’s anti-Jewish bias.
• 8.4 percent were victims because of an anti-Islamic bias.
• 3.7 percent were victims because of an anti-Catholic bias.
• 2.7 percent were victims because of an anti-Protestant bias.
• 0.7 percent were victims because of an anti-Atheist/Agnostic bias.
• 8.3 percent were victims because of a bias against other religions (anti-other religion).
• 4.3 percent were victims because of a bias against groups of individuals of varying religions (anti-multiple religions, group).

Der Krieg rückt näher.

♫ »lieber Preaching To The Converted als Lieder über Saufen«

»Fußball, Sex und peinlich sein« von Krautbomber [Hardcore_Punk]

Silbermond: Wehrmachtssoldat bereut nichts


Gut, das Video ist uralt, wird hier definitiv auch nicht eingebettet, aber wie dreist ist das denn: 2009 drehten Silbermond ein recht aufwendiges Video für ihre Singleauskopplung »Ich bereue nichts«. Offensichtlich scheinen sie sich in linken Kreisen glücklicherweise nicht allzu großer Beliebtheit zu erfreuen, denn sonst hätte irgendwer doch schon vorher feststellen müssen: es ist ein Wehrmachtssoldat, der in diesem Video nichts bereut.
Wie Silbermond selbst sagen, geht es in dem Video um einen »älteren Mann, der in seinem Leben zurückschaut, und am Ende trotzdem noch sagen kann, mit allem, was er darin erlebt hat, dass er davon nichts bereut.«
Dieser Mann wird von niemand anderem verkörpert als von Matthias Schweighöfer. Zusammen mit der aufwendigen Produktion dürfte das ein Grund für die hohe Zugriffszahl von insgesamt über 4,5 Millionen Videoaufrufen sein.
Was er denn genau in seinem Leben nicht bereut, ist schnell erzählt: ein paar Sequenzen mit einer gleichaltrigen, ebenfalls jungen Frau. Die Verhaftung durch Rotarmisten, sowie den Gefängnisaufenthalt unter Aufsicht einer Wache in Uniform der Volkspolizei mit NVA-Mütze. Ebenfalls angedeutet wird eine kurze Verfolgung durchs Dorf, bei der Schweighöfer Volkspolizisten nachsetzen.
Der Grund für all den Ärger mit der Rotfront wird aber auch nicht wirklich hinterm Berg gehalten. Tapfer manövriert der blonde Deutsche durch den dunklen alliierten Bombenhagel, einen weiteren Wehrmachtssoldaten auf den Armen. Was er davon hält, an Krieg und Massenmord teilgenommen zu haben, hauen Silbermond dem_der gequälten Zuhörer_in einprägsam um die Ohren.

»Fußball ist alles«


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angepisst


Ein Kommentar der Superlative zu 72 Jahren Reichspogromnacht.
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Intolerant

Gibt man in Diskussionen emanzipatorische Ansätze wie bspw das Ablehnen von Homophobie preis, läuft in der Regel ein Gespräch ab, wie ich es letztens auf Twitter beobachten konnte: es wird ein Bild von »flächendeckender Homosexualität« entworfen, die folgendem zuwiderliefe:

Und abgesehen von der Frage, warum Nicht-Homophobiker_innen unbedingt nicht-heterosexuell sein müssen, verstehe ich nicht: Was zum Teufel soll diese Toleranzscheiße?

Grob umrissen kann man Toleranz als das Dulden und Gewährenlassen nicht-eigenen Verhaltens bezeichnen. Und obwohl dies sprachlich gesehen die Freiheit des_der Anderen vergrößert, bleibt es doch eine Zumutung an den Begriff von Freiheit. Denn ein Gewährenlassen raubt dem Gegenüber die Verfügung über die eigene Freiheit — der_die Tolerante verwaltet hier etwas, das ihm_ihr in keinster Weise zusteht oder gehören kann.
Allein von daher wäre der Begriff der Toleranz aus emanzipatorischer Sicht schon mindestens unnütz, denn aus welchem Grund sollte man jemandem etwas geben, das ihm_ihr doch sowieso schon gehört, die Freiheit über das eigene Handeln nämlich? Das impliziert nicht nur, sondern meint auch eine Unfreiheit der_des Anderen, die ausgerechnet durch die Person aufgehoben werden soll, die den Zustand der Unfreiheit erst herbeigeredet hat. Das ist Kackscheiße.
Folgt man diesem Gedanken der unveräußerlichen Freiheit, ergibt sich ein weiterer Punkt, der gegen die guten Referenzen der Toleranz spricht. Überschreitet nicht-eigenes Verhalten nämlich die Freiheit der_des Anderen und dringt in die eigene Sphäre ein, so ist das Konzept der Duldung unnütz und hinfällig, da es auch hier die eigene Freiheit in Frage stellt und somit eine Abwehr der Grenzüberschreitung verbieten würde.
Diese Verweigerung des Toleranzbegriffes darf jedoch nicht mit einer »Grenze der Toleranz« verwechselt werden. Diese denkt nämlich genau das zuende, was Toleranz überhaupt erst bedeutet: der_dem Anderen die Freiheit abzusprechen, über sich selbst zu verfügen. Solch eine Rhetorik versucht nichts anderes, als die Toleranz als das zu bewahren, was sie ist, nämlich ein Instrument von Herrschaft.

Das schönste Wort der deutschen Sprache

Pantha Du Prince vs Dirk von Lotzow – Saturn Strobe Kapitulation

»Staat und Antifa«

Nun wissen alle, dass »88« so viel wie »Heil Hitler« bedeutet und Thor-Steinar-Pullis tabu sind, aber Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, autoritäres Denken haben kein Stück abgenommen in der Gesellschaft. Und auch am vorigen Sonntag wurde wieder ein Molotowcocktail auf eine Synagoge geschleudert, diesmal in Mainz.
Stay friends

»Konfrontation, Druck und Sanktionen statt Appeasement und Dialog!«

Das schätze ich ähnlich ein.

Regierungsmehrheit gegen Gleichstellung Homosexueller

Da die Abstimmung des Bundestages gegen die steuerrechtliche Gleichstellung von homosexuellen Lebenspartnerschaften kaum beachtet wurde, wird hier im Volltext ein Artikel von queer.de zitiert.

Bundestag: Regierung lehnt Gleichstellung ab

Schwule und Lesben können weiterhin auf Gleichstellung warten. Der Bundestag lehnte am Donnerstag mit der Regierungsmehrheit einen Änderungsantrag der grünen Bundestagsfraktion zum Jahressteuergesetz ab, der die Benachteiligung von Lebenspartnerschaften im Einkommensteuerrecht beenden sollte. Insbesondere war ein Ehegattensplitting auch für Homo-Ehen vorgesehen.
In der rund 30-minütigen Debatte, in der es hauptsächlich um das eigentliche Gesetz ging, sagte Olav Gutting für die CDU/CSU-Fraktion, man habe bereits viel für Homo-Ehen getan. In der Frage der Einkommensteuer wolle man aber auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts warten, anstatt „einen Schnellschuss (zu) wagen“.
Das Füreiandereinstehen von Lebenspartnern erkenne er an, aber: „Eine absolute Gleichstellung (…) entspricht nicht meiner Auffassung vom Schutz der Ehe als Familie“. Daher könnten nicht alle Rechtsvorschriften übertragen werden. Eine Zwischenfrage von Volker Beck nahm er nicht an.
Für die FDP sprach Dr. Daniel Volk. Auch er berief sich auf das Bundesverfassungsgericht: „Es gilt tatsächlich, dass weitere Verfahren anhängig sind“. Auf entsprechende Urteile zu warten sei eine „Frage des Respekts vor dem höchsten Gericht“.
Dr. Barbara Höll von der Linken empfahl Volk, die Urteile des Gerichts doch einfach zu lesen. Die Karlsruher Richter hätten bereits entschieden, dass die Ehe „nicht weiter zu privilegieren“ sei. Höll forderte die Regierung auf, eine vollständige Gleichstellung durchzusetzen. Damit könne man auch dem Bundesverfassungsgericht weitere Verfahren ersparen. Der Sprecher der SPD, Lothar Binding, ging in seiner Rede auf den grünen Vorstoß zur Gleichstellung nicht ein.
Für die Grünen sprach Dr. Gerhard Schick. Auch er kritisierte seinen liberalen Vorredner. „Auf jedem CSD sagt jeder Vertreter der FDP, wie wichtig die Gleichstellung im Steuerrecht ist, auch im Einkommenssteuerrecht“. Davon sei heute nichts zu hören, „weil es Ihnen peinlich ist“. In Richtung der gesamten Koalition sagte er, es sei „mies“, dass „Sie so stark diskriminieren wollen, dass Sie nicht mal aufs Bundesverfassungsgericht hören“.
So verweigere die Regierung bei der Gleichstellung im Beamtenrecht eine längere Rückwirkung, wie es Karlsruhe gefordert hatte. Nun sei nur derjenige „im Vorteil, der den besten Rechtsanwalt hat“. Dabei habe Karlsruhe zwei Mal die Gleichstellung gefordert. „Wie hoch ist eigentlich der Wunsch, zu diskriminieren, wenn nicht mal das Bundesverfassungsgericht geachtet wird?“, fragte Schick. Das Vorgehen der Regierung sei „mit Absicht Diskriminierung“ und „nicht christlich, nicht liberal“, sondern schlecht.
Ein letzter Redner der Union, Peter Aumer, ging auf die heftige Debatte nicht mehr ein. Dann kam es zur namentlichen Abstimmung über den Änderungsantrag der Grünen, die Homo-Ehe gleichzusetzen. Unter Applaus von Union und FDP wurde schließlich das Ergebnis verlesen: 558 abgegebene Stimmen, 242 dafür, 316 dagegen.
queer.de