Archiv für Mai 2011

How To Panda

♫ »he only loves you when he’s on pills«

♫ »after changes we are more or less the same«

»Boxer« von Simon and Garfunkel

»Ah, explorers!«


Buttersafe

Das Problem heißt: Antisemitismus

Der Ansatz ist auch falsch, weil er vorauseilenden Gehorsam erzwingen will. Man kann eine jüdische Symbolik in der Fankurve nicht einfach nur geißeln, weil man Angst vor den Reaktionen hat. Das wäre ein Einknicken vor dem plumpen Antisemitismus und Rassismus, der da versucht wird. In diesem Sinne spielt auch keine Rolle, ob und wie real die jüdische Identität der Amsterdamer Fans ist. Wer hier Maß anlegt, stellt die absurde Behauptung auf, es dürfe sich nur zu Judentum, Zionismus oder Israel bekennen, wer praktizierender Jude ist. Dem ist aber nicht so. Empathie kann jeder. Deshalb legitimiert Philosemitismus auch keinen Antisemitismus. Der Antisemit bleibt Antisemit, auch wenn er nicht mehr offen mit Jüdischem konfrontiert ist. Es ist deshalb besser, ihn zu provozieren, damit sich seine Haltung offenbart.

Ein lesenswerter Artikel des Fußballmagazins 11 Freunde.

Sila Sömnez

Sila: Ja, ein Mal geplant am 1. Mai machen wir dann Randale, hui. Ein Mal im Jahr dürfen wir alle ausrasten. Das ist doch nichts anderes als Karneval.

Ein lesenswertes Interview in der aktuellen Straßen aus Zucker.

♪ »das schönste Wort in deutscher Sprache«

»Kapitulation — Manifest« von Tocotronic vs Pantha du Prince [Electro]

»Ihr dürft nicht wissen«

Der Artikel von Ute Kalender zur Präimplantationsdiagnostik (PID) aus der aktuellen Jungle World ist inzwischen online nachzulesen, und muss hier umfassend kritisiert werden.
Zunächst stellt sie richtig fest, dass marxistische und queere Kritik die Möglichkeiten der PID erkannt haben und dementsprechend optimistisch mit ihr umgehen. Diesen Optimismus zeichnet sie distanziert nach, und so wartet man leicht ungeduldig auf den Haken bei den Technologien zur assistierten Befruchtung.
Dieser wird mit einer großen Merkwürdigkeit eingeläutet. Mit dem Greifbarwerden des menschlichen Körpers als Rohstoffquelle manifestiere sich der »Biowert«, den die Autorin lediglich in der Form von Eizellen, Stammzellen und Embryonen beschreibt. Der Wert erschließe sich folgendermaßen:

Embryonen, die im Rahmen einer IVF1 hergestellt werden, setzen immer Hormonbehandlungen, einen operativen Eingriff in den Körper der Frauen und mehrere Klinikbesuche voraus. Die Prozedur der Eizellernte zieht sich über einen Zeitraum von mehreren Wochen hin. Für die Produktion der Stoffe ist also einerseits die herkömmliche Arbeit notwendig. Die Frau muss sich Geld beschaffen. Sie muss gesund essen, um möglichst optimale Bedingungen für das Eizellwachstum zu schaffen, auf Zigaretten und Alkohol verzichten, in die Klinik fahren, eine gute Beziehung zur Reproduktionsmedizinerin aufbauen, sich bei Laune halten und vieles mehr. Die Herstellung der Stoffe bedeutet aber auch eine neue Form der Ausbeutung, die als eine Inbesitznahme des Körperinnenraums bezeichnet werden kann. Aus dieser Verwertung des Körpers, die in den Körper interveniert, seine Substanzen extrahiert und sie produktiv macht, resultiert der »Biowert«.

Ob jetzt der Kapitalismus oder die Autorin den menschlichen Körper zu einer leblosen Maschine macht, sei dahingestellt. Anscheinend hat sie sich jedoch noch nie in ärztliche Behandlung begeben müssen. Denn die »Inbesitznahme«, aus der sie den »Biowert« ableitet, lässt sich für jede, man kann es gar nicht oft genug unterstreichen, ohne Ausnahme für alle! medizinischen Leistungen in der Marktwirtschaft beschreiben. Die Patient_innen sind schon vor Unzeiten zum Rohstoff von Arztpraxen und Kliniken mutiert, was schlicht und ergreifend mit dem Zwang zum Profit einhergeht, dem diese Einrichtungen unterworfen sind.
Behandlungskosten unterscheiden sich nicht von anderen Betriebskosten, Fallpauschalen von den Krankenkassen unterscheiden sich nicht von anderen Umsätzen.
Mit dieser eklatanten Fehleinschätzung vom Wert des menschlichen Körpers im Kapitalismus beginnt die Argumentation gegen die PID. Am Beispiel der Pränatalen Diagnostik2 wird beschrieben, dass nur die Aussicht auf Profit den technologischen Fortschritt brachte, den die PID exemplarisch darstellt. Der Treppenwitz an dieser Argumentation ist, dass sie sich gegen das marxistische Ja zur Technologie richtet. Hätte sie diese Theorie jedoch genauer befragt, hätte sie festgestellt, dass ebenjener Widerspruch die Quelle der Emanzipation darstellt, auf die der Marxismus bekanntlich abzielt.
Und auch die Hoffnungen queer-feministischer Kritik in die PID werden sprachlich gewandt, inhaltlich aber dilettantisch zerschmettert. Die Loslösung der Fortpflanzung von der gesellschaftlich festgelegten Körperlichkeit soll damit widerlegt werden, dass ebenjene gesellschaftlichen Zwänge »[a]ngesichts der real existierenden Geschlechternormen« sich auch in der Reproduktionsmedizin Bahn schlagen würden. Dass die Normen, die die Gesellschaft dem Sex aufzwingt, aber genau jetzt neu verhandelt werden, auch mit Artikeln in der Wissenschafts-Rubrik der Jungle World, das scheint der Autorin noch nicht klar zu sein.
Abgesehen von all diesen Hoffnungen, die man zurecht in Technologien wie die PID setzen kann, übergeht der Artikel auch den definitiven Grund für die Einführung der PID. Die häufigste Ursache für Fehlgeburten, also spontane Schwangerschaftsabbrüche, ist eine Fehlbildung des Feten in der Gebärmutter3. Genau diese Fehlbildungen werden mittels der PID erkannt, bevor die Einnistung des Embryos in der Gebärmutter der Patientin stattfindet. Ein »konsequentes Nein« der queer-feministischen und marxistischen Perspektive zur PID bedeutet nichts anderes, als Frauen, die die Technologie der assistierten Befruchtung in Anspruch nehmen, zu Fehlgeburten zu zwingen. Denn nicht jeder Gendefekt führt zu einer Behinderung, die medizinisch mit dem Leben vereinbar ist. Das Resultat dieses Neins ist das enorm erhöhte Risiko, einen Schwangerschaftsabbruch zu erleben. In dieser Debatte bezieht selbst Der Spiegel Stellung gegen das urkonservative Nein4, welches so herablassend ist, dass nicht einmal mehr die Christen es geschlossen vortragen wollen5. So schreibt etwa Eva Menasse:

Damit stellte man den Schutz eines Zellhaufens über die körperliche und seelische Gesundheit von lebenden und fühlenden Menschen.

Genau dieser Zellhaufen, den die Christen als Ausdruck des Lebens schlechthin verteidigen, ist der greifbar gewordene »Biowert«, den Ute Kalender meint, noch im Kapitalismus selber abschaffen zu können. Dagegen spricht nicht nur die technische Unmöglichkeit dieses Unterfangens, das auch mit einem stolzen »Nein« natürlich nicht erledigt wäre. Dagegen spricht auch die Chance für die queer-feministische Perspektive, sich in einer Debatte über die Forpflanzung selber Gehör zu verschaffen. Hierin kristallisiert sich zwangsläufig der gesellschaftliche Fortschritt, für den die PID steht.
Eine Ablehnung der Präimplantationsdiagnostik ist angesichts der Konsequenzen nichts anderes als menschenverachtend. Für diese Erkenntnis braucht man sich gar nicht erst in den linken Diskurs zu begeben.

  1. In-Vitro-Fertilisation, assistierte Befruchtung im Reagenzglas [zurück]
  2. PND, Schwangerenvorsorge [zurück]
  3. siehe Ätiologie des Abort: http://www.med2click.de/missed-abortion-verhaltener-abort-972#entry_aetiologie [zurück]
  4. »Das „Designer-Baby“, vor dem jetzt alle warnen, ist nichts als ein Hirngespinst.« http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-71558828.html [zurück]
  5. »Ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik ist nicht christlich, sondern falsch« http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-74822669.html [zurück]

Linke, Bullen und Der Spiegel.

Fremdschämen pur. Aber! »Hey, Randale! Weil’s Spaß macht! Weil’s einfach nur Spaß macht! Geht um Steinewerfen. Geht nur — Is alles unpolitisch! Alles. Alles.« :)

»Ein schlechter Tag«

… das schönste Wort in deutscher Sprache

Bin Laden hatte Recht?

Lernen wir grade auf sueddeutsche.de:

Der Al-Qaida-Führer nannte das saudische Königshaus mit seinen Tausenden Ferrari-fahrenden Prinzen „dekadent und korrupt“. Er hatte recht. Er sah im Irak-Krieg nicht die Befreiung von einer Diktatur, sondern den US-Überfall auf einen souveränen Staat. Auch das traf, zumindest in Teilen, die Wirklichkeit. Der Islam-Autodidakt höhnte über die Religionsgelehrten der Kairoer Al-Azhar-Universität, weil sie im Sold des Mubarak-Regimes nach dessen Vorgabe predigten. Vor allem warf er Washington vor, auf Kosten der Palästinenser Nahost-Politik zugunsten Israels zu betreiben. Auch das bleibt richtig, bis heute.

Thomas Avenarius sollte vielleicht einfach sein eigenes El-Kaida-Chapter aufmachen. Dann kann er sich ja Gründe für den Terror Saddam Husseins ausdenken, dessen Souveränität ihm offensichtlich tausendmal wichtiger war als die des jüdischen Staates. Die Fronten hat er ja geklärt.

Death In The Skies


via

♫ »der asphaltierte Gehweg«

»Ein besserer Mensch (Elefantenherz-Rmx)« von Audio88 [Hip Hop]