Archiv für Oktober 2011

The Labor Movement


via

Inside Job


xkcd

♫ »but your voice was too loud«

»Kids« von MGMT, Piano Cover von Maxence Cyrin [Pop]

Support The Anglo-American Cultural Imperialism!

Während hierzulande nur Scheiße produziert wird, kann man in den USA gefühlt alle fünf Sekunden einen neuen tollen Film sehen. Beweisstück A. Kein Wunder, dass man auch den politischen Protest von dort holt. Dennoch komisch: Undankbarkeit.
Nun aber zu schöneren Dingen. Die kommen, natürlich, aus den Vereinigten Staaten von Amerika:

usw! Wer Filmtipps hat, kann ja mal kommentieren.

The Tour Show


via

Occupy Production!

Die Occupy-Bewegung ist heute halbwegs überraschend in Deutschland angekommen. Das ist einerseits begrüßenswert, weil Menschen ihren Platz im Politischen tatsächlich beanspruchen, aber andererseits ist Misstrauen durchaus angebracht, spätestens natürlich, wenn sich eintausend plus x Deutsche versammeln und einer Meinung sind.
Fangen wir mit der guten Nachricht an: der Text von Occupy Germany auf Facebook eignet sich definitiv nicht zur Yuppiejagd zurückgebliebener Jungrevolutionär_innen. Dennoch gibt es ein grundsätzliches Problem an diesen Protesten, sie richten sich nämlich nicht gegen den Kapitalismus an sich, also die Märkte, sondern nur »gegen die Banken, gegen die finanziellen Machthaber im System«, und sind damit so antikapitalistisch wie mein Gameboy.
Das hat meiner Meinung nach zweierlei Gründe: einerseits das nicht-vorhandene Verständnis der mehrheitlichen Bevölkerung für volkswirtschaftliche Zusammenhänge, zweitens das dadurch fehlende Verständnis für die Kritik der herrschenden Verhältnisse. Gegen den ersten Punkt hilft, salopp gemacht, massive Propaganda für marxistisch-dialektische Autodidaktik. Das Problem dabei ist aber, das vermutlich grade das Unverständnis der Zusammenhänge der Grund für den Protest selber ist. Die Empörung und Wut richtet sich nämlich ausschließlich gegen das Abstrakte im heutigen Wirtschaften, welches Unverständnis hervorruft und als losgelöst vom erlebbaren Alltag wahrgenommen wird.

Diese Form des ’Antikapitalismus‘ beruht also auf dem einseitigen Angriff auf das Abstrakte. Abstraktes und Konkretes werden nicht in ihrer Einheit als begründende Teile einer Antinomie verstanden, für die gilt, daß die wirkliche Überwindung des Abstrakten – der Wertseite – die geschichtlich-praktische Aufhebung des Gegensatzes selbst sowie jeder seiner Seiten einschließt. Statt dessen findet sich lediglich der einseitige Angriff gegen die abstrakte Vernunft, das abstrakte Recht und, auf anderer Ebene, gegen das Geld- und Finanzkapital. So gesehen entspricht dieses Denken seiner komplementären liberalen Position in antinomischer Weise: Im Liberalismus bleibt die Herrschaft des Abstrakten unbefragt; eine Unterscheidung zwischen positiver und kritischer Vernunft wird nicht getroffen.
Moishe Postone: Antisemitismus und Nationalsozialismus

Es gibt also verschiedene Möglichkeiten, wie sich die Occupy-Bewegung entwickeln kann.
1. Der Protest ist Ausgangspunkt einer massenhaften Kritik der kapitalistischen Produktionsverhältnisse. Erfordert massive Propaganda und wissbegierliche »Empörte«, was beides schwer zu stemmen wäre.
2. Der Protest setzt sich fort und entwickelt sich nicht über die Bankenjagd hinaus. Im besten Falle passiert nichts, auch weil die Sozialdemokratie die Bewegung schluckt. Vor allem aber, weil gar nichts passieren kann, wenn die kapitalistische Produktion nicht über den Haufen geworfen wird. Im schlechtesten Fall werden auf dem Weg noch die Falschen gelyncht, aber eher nicht.
3. Die Proteste ebben ab und ein paar warme Worte reichen wieder aus.

Soll den internationalen Finanzmärkten wirklich der Geldhahn zugedreht werden, hilft nur eins: den Laden selber zu schmeißen. Das ist durchaus wörtlich gemeint. Denn eine gemeinschaftliche Produktion macht de facto das Geld überflüssig, welches so wehleidig »verzockt« wird. Anstatt auf den Bundestag, die Bankenviertel oder die Kaffeepause zu marschieren, müsste man dann aber die Produktionsstätten besetzen.
Falls also jemand gleich bis hier runtergescrollt hat, alles nochmal in Bold:
Die Krise ist der Arbeitsplatz! Erobert ihn zurück! Occupy Production! Und ab.

Zur Dokumentation des bürgerlich-konservativen Wahnsinns


via

»I hope that you drive far away from who you are«

»Actress (Me Succeeds Remake)« von Arp Aubert [Indietronic]

♫ Gold Panda: Marriage

»Marriage« von Gold Panda [Electronic]

geschweige denn formulieren

Es steht zu befürchten, dass die Piraten nicht trotz, sondern wegen ihres ganz und gar unpolitischen oder, wie manchmal gesagt wird, »postideologischen« Denkens so erfolgreich sind, und dass sich deshalb die bereits jetzt minorisierten kritischeren und reflektierteren Piraten in Zukunft noch weiter an den Rand gedrängt sehen werden. Die technokratische Ideologie der Piratenpartei ist zeitgemäß, sie entspricht der Mentalität der nach dem Ende der Blockkonfrontation sozialisierten Generation, die liberal ist, ohne einen Begriff von Freiheit zu haben, und individualistisch ohne einen Begriff des Subjekts. Eine und sei es noch so unzulängliche Kritik, wie sie noch die Achtundsechziger formuliert haben, die durch das etablierte System erst vereinnahmt oder integriert werden müsste, kann diese Generation offenbar nicht verstehen, geschweige denn formulieren.
—Oliver Schott in der aktuellen Jungle World

Motivation zum Fortschritt (RSA Animate)

Martin Dornis: Sex ist ein Konstrukt

Ein ganz komischer Naturbegriff — also komisch nicht, sondern wir kennen den aus den Naturwissenschaften, aber selbst dort eigentlich nicht mehr, spätestens seit Heisenberg.

Ein amüsantes Zitat aus einem interessanten Vortrag betreffend Poststrukturalismus und Gender Studies.

Sex ist nur ein Konstrukt. Vortrag mit Martin Dornis by AA:B