Archiv für November 2011

Wir haben dies Wunder so verstanden, dass der einzelne sein Ich-Ideal aufgibt und es gegen das im Führer verkörperte Massenideal vertauscht. Das Wunder, dürfen wir berichtigend hinzufügen, ist nicht in allen Fällen gleich groß. Die Sonderung von Ich und Ich -Ideal ist bei vielen Individuen nicht weit vorgeschritten, die beiden fallen noch leicht zusammen, das Ich hat sich oft die frühere narzisstische Selbstgefälligkeit bewahrt. Die Wahl des Führers wird durch dies Verhältnis sehr erleichtert. Er braucht oft nur die typischen Eigenschaften dieser Individuen in besonders scharfer und reiner Ausprägung zu besitzen und den Eindruck größerer Kraft und libidinöser Freiheit zu machen, so kommt ihm das Bedürfnis nach einem starken Oberhaupt entgegen und bekleidet ihn mit der Übermacht, auf die er sonst vielleicht keinen Anspruch hätte.
Sigmund Freud, Massenpsychologie und Ich-Analyse.

„Deutschland? Weißt du doch nich!“

2012 – Fliegen bis Dresden Geschichte ist!
Gemeinsamer Aufruf der Bündnisse
Dresden Häuserfrei und X-tausendmal leer

1945 ist es uns erstmalig gelungen, Europas größte Barockausstellung durch Flächenbombardements zu beenden. Grundlage unseres Erfolges war die Länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen den Luftwaffen der beteiligten Staaten sowie einigen anderen Organisationen und Einzelpersonen. Mit unserer klaren Ankündigung, die größte Barockausstellung der Welt zu beenden, haben wir gemeinsam den Raum des symbolischen Protestes verlassen. Die Entschlossenheit tausender Piloten, sich mit den Mitteln des militärischen Gehorsams der schnöden Barockbauten zu entledigen, hat die Operation zu einem Erfolg werden lassen.

Für 2012 hat die Stadt Dresden angekündigt, mehrere Veranstaltungen zum Jahrestag der allierten Luftangriffe auf Dresden durchzuführen. Seit Jahren versucht Dresden die eigene Bombardierung für die Zwecke der Stadt zu instrumentalisieren und an bestehende Mythen und die Gedenkkultur anzuknüpfen. Wir werden nicht akzeptieren, dass die Stadt Dresden die Geschichte verdreht und die eigentlichen Helden, die Piloten der allierten Streitkräfte, verhöhnt werden.

Wir sind uns bewusst, dass sich Dresden seine „Prachtbauten“ nicht einfach nehmen lassen wird. Deshalb werden wir uns 2012 wieder durch Aktionen des militärischen Gehorsams mit Flächenbombardements auf uns aufmerksam machen. Dieses Ziel eint uns über alle sozialen, politischen oder kulturellen Unterschiede hinweg. Von uns wird dabei eine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, Dresden wieder zu enturbanisieren, seiner Prachtgebäude zu entreissen und damit auch ein klares Zeichen gegen Gentrifizierung zu setzen.

Wir werden uns weiterhin bei Versuchen der Gegenwehr solidarisch zueinander verhalten. Wir stellen uns gegen jeden Versuch, Flächenbombardements als „extremistisch“ zu bezeichnen.
2012 werden wir Dresden gemeinsam bombardieren – bunt und lautstark, kreativ und entschlossen!

Nie wieder Dresden! Feuer frei!

Hass… Hass… Hass und Gewalt.

»Occupy the Movement!«

In der aktuellen Jungle World vergisst Bernhard Schmid in einem sonst guten Artikel, »dass die SA-Aufmärsche dann doch schneller organisiert waren als die soziale Revolution.« (ebd.)

»Biopolitik«

Germanisten, die Carl Schmitt zitieren, rufen in einer der nächsten Fußnoten garantiert Giorgio Agamben auf, um anschließend auf Michel Foucaults Begriff der »Biopolitik« zu sprechen zu kommen.
via

Daniil Charms: »Und was kommt dann? Wasser?«

Da sitze ich auf einem Stuhl. Und der Stuhl steht auf dem Boden. Und der Boden gehört zum Haus. Und das Haus steht auf der Erde. Und die Erde erstreckt sich in alle Richtungen, nach rechts und nach links, vor und zurück. Und endet sie irgendwo? Denn es kann ja nicht sein, dass sie nirgends endet! Unbedingt muss sie irgendwo enden! Und was kommt dann? Wasser? Und schwimmt die Erde auf dem Wasser? Das glaubten die Leute ja früher. Und sie glaubten, da, wo das Wasser endet, da vereinigt es sich mit dem Himmel.
Und tatsächlich, wenn man auf einem Schiff im Meer ist, wo nichts ringsumher den Blick verstellt, da scheint es, als sinke irgendwo weit entfernt der Himmel herab und vereinige sich mit dem Wasser.
Der Himmel erschien den Menschen als große harte Kuppel, aus etwas Durchsichtigem, Glasartigem gemacht. Aber damals kannte man noch kein Glas und sagte, der Himmel sei aus Kristall gemacht. Und man nannte den Himmel Feste. Und die Menschen dachten, der Himmel oder die Feste sei das Beständigste, das Unveränderlichste. Alles könne sich verändern, aber die Feste verändere sich nicht. Und bis jetzt sagen wir, wenn wir von etwas sprechen, das sich nicht verändern soll: Das muss festgelegt werden.
Und die Menschen sahen, wie sich Sonne und Mond am Himmel bewegen und die Sterne unbeweglich stehen. Da begannen die Menschen, die Sterne aufmerksamer zu beobachten, und bemerkten, dass die Sterne am Himmel Figuren bilden. Sieben Sterne zum Beispiel bilden die Form eines Topfs mit Henkel, drei Sterne stehen einer nach dem anderen auf einer Linie. Die Menschen lernten, die Sterne voneinander zu unterscheiden, und sahen, dass sich die Sterne auch bewegen, nur alle auf einmal, als seien sie am Himmel befestigt und bewegten sich zusammen mit dem Himmel. Und die Menschen befanden, der Himmel drehe sich um die Erde.
Da teilten die Menschen den ganzen Himmel in einzelne Sternfiguren ein, und jede Sternfigur nannten sie Sternbild, und jedem Sternbild gaben sie einen Namen.
Aber dann sahen die Menschen, dass nicht alle Sterne sich zusammen mit dem Himmel bewegen, sondern dass es auch solche gibt, die zwischen anderen Sternen umherirren. Und die Menschen nannten diese Sterne Planeten.

(1931)

Daniil Charms

»Angst und Abscheu in der BRD«

Ein ideologiekritischer Rundumschlag in Form eines durchaus unterhaltsamen Hörspiels.
schreibenfuerdiewelt

Kommentare zur Finanzkrise I

Ich habe aber auch keinen Zweifel darüber gelassen, dass, wenn die Völker Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden, dann auch jenes Volk mit zur Verantwortung gezogen werden wird, das der eigentlich Schuldige an diesem mörderischen Ringen ist: Das Judentum!
—Adolf Hitler, Politisches Testament