Archiv für Februar 2012


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»Die Gedanken sind frei«

In einem sehr guten Artikel in der aktuellen Jungle World entlarvt Ferdinand Muggenthaler den Schamanismus derjenigen Hirnforscher_innen, die von sich behaupten, »Gedanken lesen zu können«.

Das Vorgehen ist vergleichbar mit dem eines Soziologen, der aus 100 Metern Entfernung jede Stunde ein Foto eines Hochhauses macht und dann aus dem An- und Ausgehen der Lichter hinter den Fenstern etwas über die Lebensgewohnheiten der Bewohnerinnen und Bewohner herausfinden will.

Die Unverhältnismäßigkeit der Aufregung zeigt vor allem, wie leicht das Feuilleton auf seine eigenen Sci-Fi-Ängste anspringt, und das bloß angesichts einiger großmäuliger Forschergruppen. Gleichzeitig nährt eine realistische Betrachtung der Forschungsergebnisse durchaus die Hoffnung darauf, mit naturwissenschaftlichen Methoden etwas über unser Denken herauszufinden. Es müssten sich schon einige hundert Jahre Philosophie geirrt haben, wenn damit die Freiheit des Denkens widerlegt werden sollte. Bis dahin kann es nur heißen, die Schamanen von den Entdeckern differenzieren zu lernen.

Der Sumpf

Im Blog vom Grossen Thier kann man sich umfassend darüber informieren, wie dummdreist und anti-emanzipatorisch deutsche Zustände noch von den Fürsprechern der Flüchtlinge multipliziert werden.

Die Flüchtlinge, so wollen es ihre wohlmeinenden guten Freunde, sollen sich nur dann zu Wort melden, wenn sie sich qua Flüchtling zu Wort melden, wenn ihr „anliegen“ dem entspricht, was ihre „ehrenamtlichen Betreuer“ für richtig halten, wenn sie untereinander völlig einig sind, das heisst ganz und gar reduziert sind auf ihren Status als Asylbewerber, blosses Objekt der „Betreuung“, untereinander nie uneins, da ohnehin keine Verschiedenheit zwischen ihnen stattfinden soll. Dass so gedacht wird, darf niemanden wundern, es ist die blosse Verlängerung der Logik des deutschen Asylrechts, oder was man wohl Asylrecht nennt. Aber diesmal sind sie hoffentlich einmal an die falschen geraten.